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| KONZEPTION einer Arbeitsgruppe (AG) der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin Ein Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit den Berliner Verkehrsbetrieben BVG "In diesem Denkzusammenhang sind Geister und Gespenster genauso real wie Atome, Teilchen, Photonen und Quanten…" Robert M. Pirsig Nach über 50 Jahren Kunst im Bereich des U-Bahnhofes U2 Alexanderplatz stellen wir mit dem folgenden Konzept ein Nachfolgeprojekt vor, das in Bezug auf die Berliner Untergrundbahn den Fokus auf die soziale und kollaborative Dimension von Kunst im öffentlichen Raum richtet. Die kuratorische Methode unserer AG wird sein, Künstler und Künstlerinnen zu finden, die Kunst als ein Mittel des Austausches und des Teilens verstehen und ihnen zu ermöglichen, eine gemeinschaftlich orientierte Kunst im öffentlichen Raum zu praktizieren. Diese künstlerische Praxis, die immer mehr Thema der internationalen Auseinandersetzung um Kunst im öffentlichen Raum wird, richtet sich nicht mehr an ein reines Kunstpublikum oder an zufällige Passanten, sondern zunehmend an spezifische Verbündete in der Gesellschaft und legt den direkten Austausch und die Auseinandersetzung mit ihnen zu Grunde. Durch die entstehenden Kooperationen zwischen Künstler/-innen und Bürgergruppen wird die Teilhabe an künstlerisch-kulturellen Prozessen um neue soziale Zusammenhänge erweitert. Eine Kunst im öffentlichen Interesse löst die Kunst im öffentlichen Raum ab. Im Rahmen von U10 heißt das, dass BVG-Mitarbeiter/-innen sowie Passagiere, Würstchen- und Zeitungsverkäufer/-innen, Musikant/-innen und Tickethändler/-innen nicht nur Publikum für künstlerische Eingriffe in das System U-Bahn sind, sondern zu Verbündeten bei der Erforschung des Berliner Untergrundes werden. english version ![]()
Der Name des 3-jährigen Projektvorhabens U10 – von hier aus ins Imaginäre und wieder zurück verweist auf die historische U-Bahn Linie U10 (ehemals Linie F), die bereits seit den 1930-er Jahren Teil der Planungen des Berliner U-Bahnnetzes ist und heute nur in einigen wenigen Fragmenten als „Blinde Tunnel“ und größtenteils ungenutzten Bahnsteigen existiert. Mit dem Bau dreier U-Bahnstationen entlang der Strecke S1 in Westberlin zur Zeit des Kalten Krieges sollte völlige Unabhängigkeit vom DDR-eigenen S-Bahnnetz erreicht werden. Die weithin unbekannte Existenz – und zugleich Nicht-Existenz– der Linie U10 bietet Anknüpfungspunkte für Künstlerische Interventionen sowohl hinsichtlich ihrer phantastischen als auch ihrer historischen Qualität - als mystischer Ort und als Relikt des geteilten Berlin. nach oben ↑ Im Vordergrund des Projektes „U10“ steht der Berliner Untergrund als eine unterirdische Parallelwelt, als realer Ort und als imaginäre Welt. Einerseits ist es ein realer Raum, ein lebendiger Ort, der nicht von der Stadt zu trennen ist, da die sozialen Zusammenhänge und Relationen in ihm weiter existieren. So ist für viele Menschen die U-Bahn als Arbeitsplatz, Aufenthaltsort oder Transportmittel fester Bestandteil ihres Berliner Alltags. Anderseits verändert sich jedoch beim Betreten des Untergrunds fast unmerklich unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit. Wir tauchen ab in eine mysteriöse Welt aus schwarzen Tunneln, in das Unterbewusste der Stadt. Hier unten wird seismografisch ein unerwartetes und geheimnisvolles Gegenbild der Stadt gezeichnet, das wir Untergrundgeist nennen und das im Rahmen des Projektes U10 – von hier aus ins Imaginäre und wieder zurück untersucht werden soll. nach oben ↑ Um das Projekt und die Ausschreibung im sozialen Zusammenhang des Untergrundes zu verankern, will die AG langfristige und verbindliche Beziehungen zu seinen Protagonisten aufbauen. Dabei möchten wir die unterschiedlichen Interessen, aber auch Wünsche und Träume der verschiedenen Akteure, die hier aufeinander treffen, kennen lernen. In der Vorbereitungsphase des Projektes suchen wir Kontakt zu BVG-Mitarbeiter/-innen, die als Expert/-innen und Berater/-innen für das zukünftige Projekt und die eingeladenen Künstler/-innen angesprochen werden sollen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung bildet für uns, anders als bei den bisherigen U-Bahn-Projekten, die Grundlage der künstlerischen Arbeit. Die AG wird sich deshalb ab April 2009 mit BVG-Mitarbeiter/-innen unterschiedlicher Unternehmensbereiche treffen und einen Tauschhandel anbieten, beispielsweise „eine Portraitzeichnung gegen ein Gespräch.“ Die Treffen werden zunächst an Orten stattfinden, an denen sich die BVGler/-innen in ihrer Freizeit oder ihren Pausen treffen, etwa: Stammkneipen, Kantinen, Sozialräume, Vereinstreffs oder Imbisskioske. In den Gesprächen wird die AG ihre Projektionen und Vermutungen zum Thema „U-Bahn“ überprüfen können und auf die Grundlage unmittelbarer Erfahrung stellen. So werden die Kriterien für die Ausschreibung des künstlerischen Wettbewerbs und für die Auswahl von Wettbewerbseinreichungen gesammelt. Diese Form des Austausches wird die AG im gesamten Verlauf des Projekts nutzen, um weitere Akteure des sozialen Zusammenhangs im Untergrund einzubinden und um ein Netzwerk von Expert/-innen des Untergrundes für alle beteiligten Künstler/-innen zu bilden. nach oben ↑ Um das Projekt und die Ausschreibung im sozialen Zusammenhang des Untergrundes zu verankern, will die AG langfristige und verbindliche Beziehungen zu seinen Protagonisten aufbauen. Dabei möchten wir die unterschiedlichen Interessen, aber auch Wünsche und Träume der verschiedenen Akteure, die hier aufeinander treffen, kennen lernen. In der Vorbereitungsphase des Projektes suchen wir Kontakt zu BVG-Mitarbeiter/-innen, die als Expert/-innen und Berater/-innen für das zukünftige Projekt und die eingeladenen Künstler/-innen angesprochen werden sollen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung bildet für uns, anders als bei den bisherigen U-Bahn-Projekten, die Grundlage der künstlerischen Arbeit. Die AG wird sich deshalb ab April 2009 mit BVG-Mitarbeiter/-innen unterschiedlicher Unternehmensbereiche treffen und einen Tauschhandel anbieten, beispielsweise „eine Portraitzeichnung gegen ein Gespräch.“ Die Treffen werden zunächst an Orten stattfinden, an denen sich die BVGler/-innen in ihrer Freizeit oder ihren Pausen treffen, etwa: Stammkneipen, Kantinen, Sozialräume, Vereinstreffs oder Imbisskioske. In den Gesprächen wird die AG ihre Projektionen und Vermutungen zum Thema „U-Bahn“ überprüfen können und auf die Grundlage unmittelbarer Erfahrung stellen. So werden die Kriterien für die Ausschreibung des künstlerischen Wettbewerbs und für die Auswahl von Wettbewerbseinreichungen gesammelt. Diese Form des Austausches wird die AG im gesamten Verlauf des Projekts nutzen, um weitere Akteure des sozialen Zusammenhangs im Untergrund einzubinden und um ein Netzwerk von Expert/-innen des Untergrundes für alle beteiligten Künstler/-innen zu bilden. nach oben ↑ Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von BVG-Mitarbeiter/-innen bzw. ehemaligen Mitarbeiter/-innen, die bereit sind, sich in ihrer Freizeit für das Projekt zu engagieren, wird die AG eine temporäre Projektzentrale gründen, die primär der Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren dienen soll. Sie ist temporärer Veranstaltungsraum und Archiv für Informationen, um Rechercheergebnisse zu präsentieren und realisierte künstlerische Arbeiten des Wettbewerbs zu dokumentieren. Über die gesamte Laufzeit des Projektes hinweg entsteht dort außerdem eine Sammlung von Fakten und Fiktionen, von Bildern und Geschichten aus dem Untergrund, die mit jeder realisierten Arbeit wächst und im Untergrund archiviert wird. Wo und wie dieser Raum eingerichtet werden wird, muss gemeinsam mit den Mitarbeiter/-innen der BVG entschieden werden. Ihre Ideen und Bedürfnisse sind Ausgangspunkt unserer kuratorischen Planung. nach oben ↑ Für das Gesamtprojekt gesucht werden situationsspezifische und/oder partizipatorische Arbeitsvorhaben, die sich mit dem Berliner Untergrund und seinen Akteuren auseinander setzen. Sowohl Projekte, in denen einzelne Künstler/-innen und/oder Gruppen kurzzeitig in den Untergrund „abtauchen“ und auf ein spezifisches Moment reagieren, als auch solche, die über einen längeren Zeitraum entwickelt werden und langfristige Beziehungen zu den lokalen Akteuren aufbauen, sind bedeutsam. Standorte für die künstlerischen Arbeiten müssen recherchiert und verhandelt werden – es stehen eine Vielzahl denkbar spannender Orte und Zusammenhänge dafür zur Verfügung, wie die Mitarbeiterkantinen der BVG, die „Blinden Tunnel“ der Stadt oder die „Wende“-Linie U8. Es sind alle Formate denkbar, wie zum Beispiel Drucksachen, Filmprogramme, Installationen, Performances, Workshops etc. Die zu erwartenden künstlerischen Arbeiten werden – ähnlich wie in vergangenen Jahren – teilweise auf den Hintergleisflächen realisiert/dokumentiert oder in festzulegenden U-Bahnbereichen visualisiert. Bei der Auswahl der künstlerischen Arbeiten aus den eingesandten Arbeitsvorschlägen des Wettbewerbs werden in dem Auswahlgremium erstmals stimmberechtigt zwei BVG-Mitarbeiter/-innen beteiligt sein. Diese Mitarbeiter/-innen sollen der Gruppe angehören, die sich langfristig und verbindlich für das Projekt engagiert. Auf diese Weise können die Erfahrungen und Wünsche der BVGler/-innen von Anfang an in das Kunstprojekt einfließen. Die zu realisierenden Arbeiten (maximal acht von September 2009 bis Ende 2010) werden aufgrund ihrer individuellen Qualitäten ausgewählt und sollen in ihrer Gesamtheit eine für das Publikum nachvollziehbare Entwicklung des Projektes darstellen. nach oben ↑ |

